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Gespräche des Referats Kaufmännische Bildung mit dem Kultusministerium

V.l.n.r.: Markus Benkmann-Köhler (KM), MRin Dr. Veronika Nölle (KM), Karl-Heinz Wagner (DirV), Herbert Huber (BLV)
Blick ins Plenum
Aufmerksame Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung

Neustrukturierung des Wirtschaftsgymnasiums in der Diskussion

Am 8. Juni 2010 informierten sich rund 30 Direktorinnen und Direktoren von Wirtschaftsgymnasien, Vertretungen der Regierungspräsidien und des Fachbereichs Kaufmännische Bildung  über neue Entwicklungen im Wirtschaftsgymnasium und diskutierten diese mit dem Kultusministerium. Eingeladen hatte der Arbeitskreis der WG-Direktoren/innen im BLV und die Vereinigung der Direktoren an kaufmännischen Schulen.

OStD Wagner, Vorsitzender der Direktorenvereinigungen, begrüßte die Kolleginnen und Kollegen, als Vertretung des Kultusministeriums Frau Ministerialrätin Dr. Nölle, Leiterin des Referats 45 „Berufliche Gymnasien“, und ihren Stellvertreter im Referat Herrn Benkmann-Köhler, aus den Regierungspräsidien Frau Herzel, RP Stuttgart, Herrn Müller, RP Freiburg, Herrn Montag, RP Karlsruhe, Herrn Pfeifle, RP Tübingen, den Vorsitzenden des Fachbereichs Kaufmännische Bildung des BLV, Herbert Huber, vom Referat Kaufmännische Bildung des BLV die Referatsleiterin Kerstin Hollwedel und Erich Herrling. An diese Begrüßung schloss sich OStD Herbert Huber selbst an. Er wies darauf hin, dass die Tagung grundlegende Impulse zur Weiterentwicklung des WGs geben könne, ohne die Marke „Wirtschaftsgymnasium“ zu gefährden. Nach Auffassung des Fachbereichs Kaufmännische Bildung könnte sich ein weiteres zusätzliches, nicht das traditionelle Wirtschaftsgymnasium ersetzendes, neues Profil ergeben, welches das Angebot einer Schule erweitern und bereichern könne.

Frau Dr. Nölle erwähnte in ihrer Begrüßung, dass sie jetzt zum dritten Mal Gast in der Runde sei. Während anfangs mehr allgemeine Fragen zum Wirtschaftsgymnasium im Vordergrund gestanden hätten, würde man jetzt mehr zum Speziellen kommen. Dies bedeute einen weiteren Ausbau der beruflichen Gymnasien.

Anhand einer Präsentation gab Frau Dr. Nölle zunächst eine statistische Übersicht über die Bedeutung der beruflichen Gymnasien in und für Baden-Württemberg. Zum Schuljahr 2010/2011 seien 61 zusätzliche Eingangsklassen an allen beruflichen Schulen eingereicht worden, auf die Beruflichen Gymnasien entfielen darauf ca. 25 neue Klassen. Von einer „Deckelung“ könne man hier also nicht mehr sprechen. „Profile“ an Beruflichen Gymnasien innerhalb einer Richtung gebe es derzeit nur bei Technischen Gymnasien. Im Wirtschaftsgymnasium seien die drei Wahlfächer Global Studies, Finanzmanagement und Wirtschaftsinformatik als Schulversuche eingerichtet worden. Das Ministerium habe nach Auskunft von Frau Dr. Nölle von mehreren Schulen negative Rückmeldungen zum Lehrplan „Wirtschaft“ erhalten. Einige Schulen hätten auf der anderen Seite die Einrichtung von Schulversuchen zu einem international ausgerichteten WG und einem WG mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik an das Ministerium herangetragen. Auch der VLW-Bundesverband habe Bestrebungen für ein „Europäisches Wirtschaftsabitur“ in Gang gesetzt. Am 01.06.2010 gab die Kultusministerin in der Presseerklärung zu Ihrer 100-Tage-Bilanz bekannt: “… Für das Wirtschaftsgymnasium werden wir auf der Basis dieser Erfahrungen (Global Studies) ein neues Profil ‚Internationale Wirtschaft’ konzipieren“.

Überlegungen zum neuen Profil „Internationale Wirtschaft“

Frau Dr. Nölle stellte, ergänzt durch Ausführungen von Herrn Benkmann-Köhler, die bisherigen Vorstellungen des Ministeriums zu diesem Vorhaben wie folgt vor:

  • Schulen, die sich nach eigener Entscheidung nicht für ein Profil entscheiden, führen nach wie vor das allgemeine WG-Profil "Wirtschaft".
  • Schulen, die sich für ein Profil entscheiden, führen mindestens einen Zug des allgemeinen WG-Profils.
  • Für das Profil mit dem Arbeitstitel „Internationale Wirtschaft (IW)“ werden im nächsten Schuljahr die Struktur- und Lehrpläne entwickelt. Ab dem Schuljahr 2011/2012 werden dies voraussichtlich ca. ein bis zwei Schulen je Regierungspräsidium erproben. Ein weiteres Profil wie z. B. „Wirtschaftsinformatik“ wird erst später entwickelt werden.
  • Zur Stundentafel im Profil IW sei Folgendes vorgesehen:
    - Aufgabenfeld 1: 3 mal 4 Stunden Deutsch und zwei Fremdsprachen
    - Aufgabenfeld 2: Profilfach 6 h, profilbezogenes Pflichtfach 2 h, GGK 2 h, Rel/E. 2 h
    - Aufgabenfeld 3: Mathematik 4 h, Naturwiss. 4/2 h, Informatik 2 h
    - Sport: 2 h
  • Die Inhalte des 6-stündigen Profilfachs werden mit einem 2/3-Anteil (Kernbereich mit ca. 260 Wochenstunden) identisch mit Inhalten des allgemeinen WG-Profilfachs sein. Der Kernbereich wird mit profilgebenden Themen zum jeweiligen Profilfach ausgebaut, z. B. mit Wirtschaftskompetenz zu internationalen Aspekten bzw. Themen. Nach dieser Konzeption wird der Kernbereich im jeweiligen Profilfach die „Schnittmenge“ zum Kernbereich des Profilfachs im grundständigen Wirtschaftsgymnasium darstellen.
  • Im Profil „Internationale Wirtschaft“ sollen neun Stunden bilingual unterrichtet werden, eine Stunde in der Eingangsklasse und je zwei Stunden in den Jahrgangsstufen.
  • Weitere Eckpunkte zu „Internationaler Wirtschaft“ sind:
    - interkulturelle Kompetenz
    - persönliche Kompetenz
    - Projekt oder Simulation wirtschaftlicher Realität
    - vier Wochen Auslandspraktikum (Soll-Bestimmung)
    - angestrebt werden Abschlüsse z. B. als „Internationales Wirtschaftsabitur BW“ (vergleichbar mit „Europa-Schule“ an allgemein bildenden Gymnasien), Erteilung von Zertifikaten zur Bilingualität, außerschulische Sprachprüfungen

Seitens des Ministeriums wurde aber klar betont, dass die Marke „Wirtschaftsgymna­sium Baden-Württemberg“ keine Verwässerung erfahren dürfte. Dazu gehört auch die Ablehnung eines modularen Aufbaus eines solchen Bildungsgangs, wie er von der VLW-Bund-Arbeitsgruppe vorgeschlagen wurde.

An die Darstellung seitens des Ministeriums schloss sich eine lebhafte Diskussion an, in der vielfältige Aspekte zu einer solchen Neuordnung eingebracht wurden, die seitens des Ministeriums mit Interesse aufgenommen worden sind.

Auf Nachfrage sicherte Frau Dr. Nölle zu:
- Das klassische Profil mit der Möglichkeit zum Angebot der bisher entwickelten profilergänzenden Wahlfächer bleibt erhalten. Es wird also nach Einführung des Profils profilergänzende und nicht profilergänzende Wahlfächer geben. Geprüft wird noch die Frage, ob beispielweise ein vierzügiges WG je zwei Züge mit Profil Internationale Wirtschaft und zwei Züge klassisches Profil mit Angebot profilergänzender bisheriger Wahlfächer (GS, FM und IM) fahren könne.
- Für einen WG-Zug mit Profil Internationale Wirtschaft wird das Angebot der beim klassischen WG möglichen profilergänzenden Wahlfächer ausgeschlossen sein.

Weiterhin werden nach Aussage von Frau Dr. Nölle im neuen Profilfach angedacht, einen Teil bilingual (mit zentraler Aufgabenstellung) zu prüfen. Die Einrichtung als Versuchsschule mit einem neuen Profilfach muss jeweils über das Regierungspräsidium vom Kultusministerium genehmigt werden.

Erfahrungen zum Lehrplan Wirtschaft

Dem Kultusministerium und auch dem Fachbereich Kaufmännische Bildung des BLV sind immer mehr, teils drastisch formulierte, Kritikpunkte zum Lehrplan Wirtschaft zugeleitet worden. Das Kultusministerium hat im Mai in Esslingen einen mehrtägigen Workshop zur Prüfung des Lehrplans Wirtschaft und zur Erarbeitung von Vorschlägen für das Kerncurriculum Wirtschaft durchgeführt, aus dem Frau Dr. Nölle ebenfalls berichtet hat. Der Teilnehmerkreis umfasste Vertreter der Direktorenvereinigungen, Regierungspräsidien, des Kultusministeriums und des Landesinstituts für Schulentwicklung. Es sollten Themen benannt werden, die grundsätzlich geändert werden sollten. Die Kritikpunkte bezogen sich häufig auf die große Fülle des Stoffes im geltenden Lehrplan. Frau Dr. Nölle betonte, dass die Ergebnisse des Workshops nur Leitideen und Anregungen für die erst zu benennende Lehrplankommission darstellen würden. Die künftige Lehrplankommission sei nicht an die Workshopergebnisse gebunden. Es sei auch eine Namensänderung für das Profilfach Wirtschaft diskutiert worden.

In der Diskussion wurde der künftigen Lehrplankommission empfohlen, auf die Abstimmung mit den geltenden Lehrplänen der profilergänzenden Wahlfächer zu achten. Das Ministerium wurde gebeten, in die Lehrplankommission „langjährig erfahrene Kolleginnen und Kollegen, die schon zu mehreren Abiturprüfungen mit dem geltenden Lehrplan geführt haben“, zu berufen.

In diesem Zusammenhang wurde auch über die Abiturprüfungen gesprochen und einige kritische Punkte zur Sprache gebracht. Für das Abitur 2011 wurde vermerkt, dass hier drei Wochen weniger Unterrichtszeit bis zum schriftlichen Abitur zur Verfügung stehen werde. Das Ministerium will hier nach einer Lösung rechtzeitig suchen, z. B. durch Einschränkung des Prüfungsstoffes.

Kommunikationsprüfung 2013

Folgende absehbare organisatorische Probleme wurden besprochen:

Die Prüfung sollte nach der bisher erlassenen Regelung anfangs des zweiten Halbjahrs der zweiten Jahrgangsstufe stattfinden. Dieser Zeitraum dient aber in starkem Maße zur Vorbereitung der schriftlichen Abiturprüfung.

Es wurde vorgeschlagen: Die KP soll unmittelbar nach der schriftlichen Abiturprüfung abgehalten werden (bisher als Ausnahmefall deklariert). Die Terminierung sollte mit Flexibilität in den Verantwortungsbereich der Schule gegeben werden. Klar sei, dass dies vor der mündlichen Prüfung so zu erfolgen habe, dass die für die Zulassung zu dieser erforderliche Punkteberechnung rechtzeitig erfolgen könne.

Eine weitere Anregung wurde an das KM gegeben: Die Information über den organisatorischen und zeitlichen Ablauf sollte zu Beginn des nächsten Schuljahrs erfolgen. Hinweise zur Erprobung und Muster für die Prüfung sollten vorab gegeben werden.

Außer diesen Hauptpunkten wurden verschiedene organisatorische Fragen in Zusammenhang mit dem Wirtschaftsgymnasium besprochen, wie

- Abrufmöglichkeit der Lehrpläne
- möglicher gesetzlicher Anspruch auf einen WG-Platz
- Übergangsprobleme Realschule –Wirtschaftsgymnasium
- Aufnahmeverordnung in das WG

Mit Beifall wurde das Angebot von Frau Dr. Nölle begrüßt, am 12. und 13. 11. 2010 ein Kolloquium der Schulleiterinnen und Schulleiter der kaufmännischen Schulen in Baden-Württemberg anzubieten. Das Kolloquium findet am 12./13.11.2010 in Bad Wildbad statt.

Herr Wagner dankte allen Beteiligten, insbesondere Frau Dr. Nölle und Herrn Benkmann-Köhler, für die konstruktive Mitwirkung im Arbeitskreis und dem BLV für dessen Organisation.

Erich Herrling
Fachbereich Kaufmännische Bildung

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Weiterentwicklung des Wirtschaftsgymnasiums in Baden-Württemberg

MR‘in Dr. Veronika Nölle, StD Markus Benkmann-Köhler / Haus der Wirtschaft, Stuttgart, den 08. Juni 2010

PDF: Weiterentwicklung des Wirtschaftsgymnasiums in Baden-Württemberg

ZIB: Weiterentwicklung des Wirtschaftsgymnasiums in Baden-Württemberg

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Nachgefragt - Neue Profile im Wirtschaftsgymnasium

V.l.n.r.: Erich Herrling, Kerstin Hollwedel, Dr. Veronika Nölle (KM), Herbert Huber, Markus Benkmann-Köhler

In der Gerüchteküche brodelte es. Wie weit reichen die Überlegungen des Kultusministeriums bei der Frage nach neuen Profilen am Wirtschaftsgymnasium?

Um dieser Frage nachzugehen, bat das Referat kaufmännische Bildung die Referatsleiterin für Berufliche Gymnasien Frau Dr. Nölle um ein Gespräch zu diesem Thema. Am 05. Mai 2010 trafen sich Fr. Dr. Nölle und ihr Stellvertreter Herr Benkmann-Köhler von Seiten des KM mit dem Fachbereichsvorsitzenden Herbert Huber, Kerstin Hollwedel und Erich Herrling als Vertreter des BLV.

Frau Dr. Nölle begrüßte die Anwesenden in der Neuen Kanzlei. Zunächst kam Herbert Huber auf die Entwicklung der Anmeldezahlen im Vollzeitbereich zu sprechen. Der Schülerrückgang, der in den nächsten Jahren auch in den Beruflichen Schulen spürbar werden wird, ist aufgrund der Anmeldezahlen für das Schuljahr 2010/11 noch nicht merklich. An einigen Standorten sind die Anmeldezahlen für das Wirtschaftsgymnasium, das kaufmännische Berufskolleg oder auch die Wirtschaftsschule keineswegs rückläufig. Deshalb ist ein weiterer Ausbau des Vollzeitbereichs in Baden-Württemberg notwendig.

Das Statistische Bundesamt veröffentlichte kürzlich die Zahl von ca. 154.000 Absolventen von Fachgymnasien/Beruflichen Gymnasien in Deutschland insgesamt. Davon entfielen 31,7% (48.825 Schülerinnen und Schüler) allein auf Baden-Württemberg. Mit der Berufsoberschule erreichen wir eine Zahl von über 50.000 Schülerinnen und Schülern, die über die Beruflichen Schulen zum Abitur gelangen.

An diesen 31,7% erkennt man den Erfolg und den Stellenwert der Beruflichen Gymnasien in unserem Land. Das ist mit ein Grund, die Entwicklung eines zusätzlichen Profils für das Wirtschaftsgymnasium voran zu treiben. Laut Frau Dr. Nölle gibt zu dem Zeitpunkt es noch keine konkreten Festlegungen für ein zweites Profil, allerdings sind einige Überlegungen bereits fixiert wie zum Beispiel:

-die Ausrichtung zu einem internationalen Wirtschaftsabitur

-mehr bilingualer Unterricht

-die Stärkung von 2 Fremdsprachen

-Internationale Fachlichkeit in dem Fach Wirtschaft.

Es soll keine Modullösung werden, sondern - neben dem bewährten Wirtschaftsprofil - ein klar definiertes zweites Profil entstehen, zunächst an wenigen Standorten. Dazu gehört auch die Überlegung, am WG generell die wichtigen Kernthemen des Faches Wirtschaft beizubehalten und in dem neuen Profil insgesamt neun Stunden bilingual zu unterrichten und den Erwerb mehrerer Fremdsprachen zu fördern. Ein Praktikum im Ausland ist ergänzend wünschenswert. Das neue Profilfach wird auch unter Einbeziehung des Faches Global Studies entwickelt werden; dieses Fach kann es weiterhin geben, es wird aber möglicherweise im Stundenumfang reduziert.

Das zeitliche Vorgehen für dieses zweite Profil wird eng an die Lehrplanüberarbeitung im Fach Wirtschaft - des bisherigen alleinigen Profils - gekoppelt sein. Aufgrund der vorhandenen massiven Kritik an diesem Lehrplan ist dieser Arbeitsschritt notwendig geworden und soll im nächsten Schuljahr beginnen. Der Schulversuch des Profils „Internationale Wirtschaft“ soll dann im Schuljahr 2011/2012 starten. Über mögliche Schulversuchsstandorte wurde noch nicht entschieden.

In unserem Gespräch informierte Frau Dr. Nölle uns über ein mögliches weiteres Profil am Wirtschaftsgymnasium, der Wirtschaftsinformatik. Auch dieses Profil - allerdings mit Schwerpunkt auf dem Bereich „Wirtschaft“ - kann in die Überlegungen einbezogen werden, hat allerdings nachrangige Priorität. An eine Einführung ist vor dem Schuljahr 2012/13 nicht zu denken.

Für diese Informationen bedankte sich Herbert Huber im Namen des Verbands für die Gelegenheit zum Gedankenaustausch und die Möglichkeit, dem Ministerium die Ansichten der Fachvertretung der Lehrkräfte darlegen zu können. Eine Fortführung solcher Gespräche ist aus Sicht aller Beteiligten auch in Zukunft notwendig und sinnvoll.

Kerstin Hollwedel
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Fachbereich Kaufmännische Bildung - Gespräch im Kultusministerium: Geplante Änderungen der Stundentafel im Kaufmännischen Berufskolleg II

Ingo Noack, Referent im KM für die Berufskollegs, führte mit Vertretern des Fachbereichs Kaufmännische Bildung ein Gespräch über mögliche Veränderungen der Stundentafel des Kaufmännischen Berufskollegs II. Friedrich Graser, Helmut Kleinböck, Kerstin Hollwedel und Herbert Huber führten am 18. Mai 2010 ein erstes grundlegendes Gespräch.

 

V.l.n.r.: Friedrich Graser, Kerstin Hollwedel, Ingo Noack (KM), Herbert Huber, Helmut Kleinböck

Die  Schulen weisen in ihren Erfahrungsberichten zum Schuljahr 2008/09 auf die  Stofffülle im Fach "Betriebswirtschaft" hin Das Kultusministerium überlegt daher zur Lösung des berechtigten Anliegens das Fach "Betriebswirtschaft" mit wöchentlich fünf Unterrichtsstunden auszustatten und das Fach "Kaufmännische Steuerung und Kontrolle" um eine Stunde auf zwei Stunden zu kürzen (Variante 1) oder ein neues siebenstündiges Fach "Betriebswirtschaftslehre mit Steuerung und Kontrolle" einzurichten (Variante 2).

Die Verbandsvertreter favorisierten Variante 1. Schon jetzt können man beide Fächer in eine Hand geben, um unterrichtliche Synergieeffekte realisieren zu können. Große Unterrichtsblöcke hätten auch organisatorische Nachteile zur Folge, z. B. dann, wenn eine Lehrkraft erkrankt. Der Unterrichtsausfall wäre in diesem Falle aus der Sicht der Schülerinnen und Schüler in einem zentralen Fach beträchtlich, die Vertretungsregelung schwieriger. Ein siebenstündiges Fach "Betriebswirtschaft mit Steuerung und Kontrolle" führt zu höherem Prüfungs- und Korrekturaufwand. Nicht auszuschließen ist, dass das mögliche neue Fach "Betriebswirtschaft mit Steuerung und Kontrolle"  nachträglich wieder aufgeteilt und in den Verantwortungsbereich von zwei Lehrkräften gelegt wird. Das Fach "Wirtschaft" im Wirtschaftsgymnasium ist dafür ein Beispiel.

Das Kultusministerium signalisiert im Verlauf des konstruktiven Gesprächs, auch eine Präferenz für Variante 1. Der Lehrplan im Fach "Betriebswirtschaft" würde inhaltlich nicht verändert. Für den Stoff stünden fünf Stunden pro Woche zur Verfügung. Allerdings müsste im Fach "Steuerung und Kontrolle" der Lehrplan entsprechend der Stundenreduzierung angepasst werden.

Die neue Regelung könnte zum Schuljahr 2011/2012 in Kraft treten. Das Kultusministerium wird die Schulen entsprechend informieren.

Ein weiteres Thema des Gesprächs war die Zukunft der Verzahnungs-BKs nach Abschluss der Erprobungsphase 2011. Über diese Frage und weitere Themen wird der Fachbereich kaufmännische Bildung noch vor der Sommerpause mit Herrn Noack ein weiteres Gespräch führen.

Die Verbandsvertreter danken Herrn Noack für das konstruktive Gespräch. Man vereinbarte, das Gespräch in naher Zukunft fortzusetzen.

Herbert Huber
Fachbereich Kaufmännische Bildung
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