„Die 100 zusätzlichen Stellen tun der Unterrichtsversorgung an den beruflichen Schulen im kommenden Schuljahr 2009/10 richtig gut! Die Entscheidung der Landesregierung ist richtig und trägt der aktuellen Wirtschaftslage, der schwierigen Beschäftigungssituation und der unsicheren Lage auf dem Ausbildungsmarkt Rechnung!“, begrüßte der Vorsitzende des Berufsschullehrerverbandes (BLV) am 20.05.2009 in Stuttgart die Maßnahme der Landesregierung vom 19.05.2009. Damit habe die Landesregierung nachgewiesen, dass sie tatsächlich in dem sehr komplexen und von vielen Unwägbarkeiten geprägten Prozess der Ressourcensteuerung in der beruflichen Bildung auch noch in einem sehr späten Planungsstadium notwendige und sinnvolle Maßnahmen ergreife. Die Tatsache, dass diese zusätzlichen Stellen für die beruflichen Schulen je zur Hälfte aus Stellenumschichtungen und aus Mitteln der Qualitätsoffensive Bildung finanziert werden, zeige, dass die Landesregierung gestern bis an die haushaltstechnisch zu verantwortenden Grenzen gegangen sei. „Damit hat die Landesregierung Einsicht in Realitäten und Notwendigkeiten sowie Gestaltungskraft und Flexibilität bewiesen. Insgesamt sind seit den entsprechenden Forderungen des BLV auf seiner Landespressekonferenz am 01.09.2008 in drei Etappen nachträglich noch insgesamt 190 Stellen (45 + 45 +100) für die beruflichen Schulen genehmigt worden. Das ist kein Pappenstiel und aller Ehren wert!“, so Waldemar Futter.
Allerdings gab er auch zu bedenken, dass diese Entscheidung der Landesregierung sehr spät - wenn auch nicht zu spät - erfolgt sei. Die 100 zusätzlichen Stellen könnten bis zum kommenden Schuljahr noch rechtzeitig besetzt werden, wenn Laufbahnbewerber mit abgeschlossener Ausbildung in den benötigten Fächerkombinationen zur Verfügung stehen würden. Die Einstellung von darüber hinaus dringend benötigten qualifizierten Direkteinsteigern für alle Fächer, bei denen die bedarfsdeckende Lehrerbildung in Baden-Württemberg nicht funktioniere, insbesondere in den Theoriefächern für den Metall-, Elektro-, und MINT-Bereich (MINT = Mathematik, Informatik, Physik und Chemie), könne aber in der verbleibenden kurzen Frist bis zum Beginn des Unterrichts im Schuljahr 2009/10 am 14.09.2009 gar nicht mehr erledigt werden. Gut qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber für den Schuldienst aus der Wirtschaft haben in der Regel eine vertragliche Kündigungsfrist von 6 Wochen zum Quartalsende. Vor der Kündigung müsse die Zulassung für den Schuldienst und ein zeitaufwändiges Bewerbungsverfahren durchlaufen werden. Eine Kündigung auf den 30.06.2009 sei bei diesem Verfahren keinem Bewerber, keiner Bewerberin mehr möglich. Eine mögliche Kündigung auf den 30.09.2009 führe
aber dazu, dass die auf den 01.10.2009 eingestellten Direkteinsteiger zwei Wochen nach Schuljahresbeginn ohne jegliche pädagogische und rechtliche Schulung mit ihrem Unterricht beginnen müssten. Das sei kein guter Start – und schrecke geeignete Bewerberinnen und Bewerber verständlicherweise ab. Ob angesichts dieser zeitlichen Bedingungen überhaupt alle Stellen besetzt werden könnten, sei in der Fläche mehr als fraglich.
„Auf gar keinen Fall dürfen nicht besetzbare Stellen für 2009/10 im folgenden Schuljahr 2010/11 als Schein-Argument dafür verwendet werden, dass der berufliche Bereich seine Stellen nicht besetzen kann. Die Ressourcenentscheidungen und Stellenfreigaben für die beruflichen Schulen für das Schuljahr 2010/11 müssen mindestens ein Vierteljahr vorher, also spätestens im Februar 2010, vollzogen und bekannt sein, damit die beruflichen Schulen die notwendigen Bewerbungsverfahren rechtzeitig und erfolgreich durchführen können, “ so der BLV-Vorsitzende Waldemar Futter.
An den beruflichen Schulen werden im laufenden Schuljahr landesweit 377.237 Schülerinnen und Schüler unterrichtet.
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Der Verband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen in Baden-Württemberg e.V. (Berufsschullehrerverband) vertritt in Baden-Württemberg über 10.000 Lehrerinnen und Lehrer.
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